Stadt Goslar lädt zur Infoveranstaltung „Welterbe und Klimaschutz“ ein

Möglichkeiten der energetischen Ertüchtigung in der Welterbe-Altstadt Goslars

Goslar. Die Stadt Goslar lädt zu einer weiteren Informationsveranstaltung zum Thema „Welterbe und Klimaschutz“ ein.

Am Montag, 16. März, geht es um die Möglichkeiten der energetischen Ertüchtigung des UNESCO-Welterbes Altstadt von Goslar. Die Veranstaltung findet von 17 bis 20 Uhr im GoTEC, Am Stollen 19 C, statt und ist insbesondere für die Bürgerschaft der Altstadt, Architekten, Handwerker und politische Vertreter offen.

Der Justiziar des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (NLD), Arnd Hünecke, wird die rechtlichen Rahmenbedingungen für Maßnahmen darlegen, die aus Sicht des NLD bei der energetischen Ertüchtigung von Gebäuden speziell in der als UNESCO-Welterbe anerkannten Altstadt von Goslar gelten. Dipl.-Ing. Ulrich Thümmler verfügt über umfangreiche praktische Erfahrungen speziell in der energetischen Sanierung von Fachwerkbauten und wird dies an Beispielen erläutern. Schließlich wird Prof. Lars Kühl als Spezialist für energieoptimierte Heizsysteme der Hochschule Ostfalia über innovative und ressourcensparende Heiztechniken informieren, die auch im denkmalgeschützten Bestand Anwendung finden können.

Im Anschluss an die Vorträge besteht die Möglichkeit, sich an Infoständen über technische Lösungen und finanzielle Fördermöglichkeiten der energetischen Ertüchtigung im Einzelfall zu informieren. So stehen zum Beispiel der Sanierungsmanager für die energetische Stadterneuerung in der östlichen Altstadt, die Energie-Ressourcen-Agentur Goslar, die Klimaschutzmanagerin des Landkreises Goslar und Handwerksbetriebe für individuelle Beratungen zur Verfügung.

https://www.goslar.de

Freischreiber starten Initiative zum Schutz von freien Medienschaffenden

Medium Magazin veröffentlicht vorab “Das Manifest der Freien”

Frankfurt am Main (ots) Mit einem 10-Punkte-Manifest appellieren die Freischreiber, der Berufsverband der freien Journalistinnen und Journalisten, an alle Medienhäuser in Deutschland und Österreich, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser vor Hetze aus dem Netz und Bedrohungen zu schützen. In den vergangenen Monaten haben Ereignisse dramatisch zugenommen, in denen freie Medienschaffende in den Focus von Hasskampagnen geraten sind, die bis zu massiven Gewaltandrohungen und notwendig gewordenem Polizeischutz reichten.

Ferda Ataman, Vorsitzende der Neuen Deutschen Medienmacher und Erstunterzeichnerin des “Manifest der Freien” der Freischreiber, auf dem Cover von mediummagazin Nr.1 /2020; Quellenangabe: “obs/Medienfachverlag Oberauer GmbH/Sarah Eick”

In dem “Manifest der Freien”, das die Branchenzeitschrift medium magazin exklusiv vorab veröffentlicht, heisst es: “Wir freien Journalist*innen erheben unsere Stimme gegen den überbordenden Hass. Freier Journalismus ist das Rückgrat des Journalismus der Sender, Zeitungen und Magazine. Freie Journalist*innen brauchen die Solidarität, Loyalität und den Schutz ihrer Auftraggeber*innen mehr denn je. Doch stattdessen werden die Spannungen zwischen Festen und Freien, zwischen Medienhäusern und Auftragnehmer*innen stärker, wenn der Mob auftaucht, Trolle und Hater uns attackieren.”

Zu den Erstunterzeichnern des Manifests gehören u.a. prominente Journalistinnen und Journalisten wie der TV-Journalist und Dokumentarfilmer Stephan Lamby (ECO Media), Juan Moreno (“Journalist des Jahres 2019″), Richard Gutjahr (Freier Journalist), Roland Geisheimer (Vorsitzender Freelens), Silke Burmester (Autorin und Kolumnistin), Kübra Gümüsay (Autorin”Sprache und Sein”), Markus Beckedahl (Gründer netzpolitik.org) sowie die Vorstände der Freischreiber in Deutschland und Österreich Carola Dorner, Jakob Vicari und Markus Mittermüller.

Auch Ferda Ataman, Mitbegründerin der Neuen Deutschen Medienmacher und freie Autorin (“Ich bin von hier. Hört auf zu fragen”), gehört zu den Erstunterzeichnern. Im Titelinterview mit medium magazin sagt sie über die aktuelle Situation: “Die Pressefreiheit kann daran gemessen werden, wie mit Freien umgegangen wird. Ohne sie funktioniert Journalismus heute nicht mehr.” Und: “Medienhäuser müssen verstehen, dass es ihre Verantwortung ist, zu reagieren. Arbeitgeber haben die Pflicht, ihre Mitarbeitenden zu schützen, egal ob sie fest angestellt oder frei sind. Journalisten dürfen nicht bestraft werden, dass sie ihren Job machen.” Ihr Eindruck sei allerdings, dass das nur unzureichend passiere.

Ferda Ataman hat als Kolumnistin des Spiegel selbst drastische Erfahrungen mit Hetzkampagnen gemacht und hält eine Reihe von Sofortmaßnahmen für dringend notwendig: “Zum Beispiel eine Hotline fürs Wochenende einrichten. Für jede neue Kolumnistin, jeden neuen Autoren muss es ein Welcome-Package geben: mit einem vorformulierten Brief für die Melderegistersperre; dem Rat, zu schauen, ob im Internet persönliche Fotos oder sensible Inhalte kursieren, die man besser löscht; ein direkter Draht zur Rechtsabteilung; Infos über Pro-Bono-Rechtshilfen.”

Die Freischreiber verstehen ihr Manifest als Anstoss für eine längst überfällige Debatte über das Verhältnis von Freien und ihren Auftragebern und laden alle ein, ab Montag, 9.März, 12 Uhr, das Manifest auf freischreiber.de zu unterzeichnen und sich an der Debatte zu beteiligen.

Das komplette “Manifest der Freien” und das Interview von Anne Haeming mit Ferda Ataman ist erschienen in mediummagazin Nr. 1/2020 auf den Seiten 22-29 und ab sofort digital oder gedruckt erhältlich unter https://shop.oberauer.com/medien/medium-magazin/ oder im ikiosk https://www.ikiosk.de/shop/epaper/medium-magazin.html

Bayern: Von der Hochschule bis ins Ministerium – keine Achtung vor der Kreatur

München (ots) Die wirtschaftliche Entwicklung Bayerns stand lange der anderer Bundesländer nach. Heute ist Bayern im Landesfinanzausgleich der größte Nettozahler der Republik. Während das Land ökonomisch floriert, scheint die Jagd in den Weiten des Landes auf einem vorzivilisatorischen Stand stehen geblieben zu sein.

Ob die Waschbären-Mama wohl zurückkommt? In Bayern stehen die Chancen schlechter als in anderen Bundesländern. Elterntiere dürfen entgegen der Bundesregelung abgeschossen werden. Quellenangabe: “obs/Wildtierschutz Deutschland e.V./Heiko Anders”

Hier herrscht Krieg gegen Wildtiere. Der Tierschutz wird von Naturnutzern – Jägern, Bauern, Waldbesitzern, Anglern, Teichwirten – in enger Zusammenarbeit mit Kommunalpolitikern und Landesbehörden systematisch ausgehebelt. So haben in Bayern Wildkaninchen, Waschbären und Marderhunde nicht einmal die nach dem Bundesjagdgesetz vorgesehene Schonzeit während der Aufzucht der Jungtiere. Die Tiere werden ganzjährig legal bejagt, unabhängig davon ob sie Jungtiere versorgen oder nicht. Letztere verhungern oder erfrieren.

In Bayern spielt es vielfach auch keine Rolle, ob bestehende Jagdgesetze eingehalten werden oder nicht. Auf die Selbstkontrolle der Jäger durch die Jäger kann sich Landwirtschaftsministerin Michaela Kaliber (CSU) nicht verlassen: So wurden und werden in Bayern trotz der Setzzeit der Füchse die für die Aufzucht erforderlichen Elterntiere im Januar, Februar und März auch in diesem Jahr streng bejagt und tausendfach getötet. Häufig passiert das im Rahmen sogenannter Fuchs- oder Raubwildwochen. Die ersten Fuchswelpen kommen in unseren Breiten bereits im Januar zu Welt. Streng genommen werden zur Aufzucht erforderliche Fuchsväter schon im Dezember von Jägern eliminiert, denn sobald der Rüde sich – meist ab Mitte, Ende November – gepaart hat, ist er ein künftiges Elterntier.

Rehen, Hirschen oder Gämsen geht es in Bayern nicht besser. “Wald vor Wild” heißt die Devise, die seit 2005 im Bayerischen Waldgesetz auf Betreiben von Waldbesitzern, Förstern und dem Ökologischen Jagdverband festgeschrieben ist. Auch Bündnis90/Die Grünen werfen dafür alles, wofür sie in Sachen Tierschutz mal standen, über Bord. Drückjagden, an denen viele Dutzend Jäger und Treiber mit ihren Hunden teilnehmen, finden in Bayern regelmäßig noch bis in den Hochwinter hinein statt. Eigentlich die Zeit, in der der Stoffwechsel von Rehen und Hirschen heruntergefahren ist, um die karge Jahreszeit mit wenig Nahrung zu überstehen. Die Tiere verbrauchen unnötigerweise Energie, die letztlich durch das kompensiert wird, was eigentlich vermieden werden sollte: Den Verbiss von jungen Bäumen.

Waidgerechtigkeit gibt es bei diesen Jagden, die insbesondere durch die Bayerischen Staatsforsten, aber wohl auch durch andere große Waldbesitzer wie Thurn und Taxis oder das Fürstenhaus Waldburg-Zeil durchgeführt werden, nicht einmal auf dem Papier. Da werden – wie diverse Studien und auch Aussagen von Berufsjägern belegen – Tiere in den Bauch geschossen, ihnen werden mit schweren Geschossen die Unterkiefer weggeblasen oder sie werden durch außer Kontrolle geratene Hundemeuten verbissen. Dozenten der Bayerischen Forsthochschule Weihenstephan im Norden der Landeshauptstadt werden mit tierverachtenden Parolen wie “Nur ein totes Reh ist ein gutes Reh” oder “Beim Reh brauchst du nicht hinschauen, was es ist. Hauptsache du machst den Finger krumm” zitiert.

Dass Jäger in den Bayerischen Staatsforsten es mit den ungeschriebenen Gesetzen der Waidgerechtigkeit nicht so eng sehen, ist gemäß der Aussagen von Berufsjägern und von Beobachtern Fakt. Es ist aber auch so, dass vorsätzlich und durch die Behörden geduldet nicht nur Schonzeitvergehen bei den Füchsen hingenommen werden, sondern auch beim Rehwild. So ist es bei Drückjagden nicht selten der Fall, dass im Dezember oder in Januar auch Rehböcke, die dann unter die gesetzliche Schonzeit fallen, erlegt werden. Sie sind, dadurch dass sie im Winter kein Gehörn tragen, von den Ricken nur schwierig zu unterscheiden. Allein in 2019 bemängelte der Verein Wildes Bayern jagdbezogene Vergehen bei mehr als zehn Forstbetrieben der Bayerischen Staatsforsten: Es ging um den Abschuss neben der Winterfütterung, um Hetzjagden, um Drückjagden im März und April oder Jagden im Schutzgebiet. Ein langjähriger Jäger drückt es so aus: “Staatsforst, Fürst und so manche Jagdgenossenschaft scheren sich einen Dreck um Rechtsnormen.”

Im ländlichen Raum in Bayern wird gezielt und erfolgreich Stimmung gegen rückkehrende Arten gemacht. Fischotter, Biber, Kormoran, Wolf und Luchs werden als Sündenböcke benutzt, um von den eigenen Defiziten sowohl beim Schutz von Fließgewässern wie der fehlgeleiteten Agrarpolitik abzulenken. Selbst in Natur- und in Vogelschutzgebieten wie am Chiemsee sollen Ausnahmen für den Abschuss von Kormoranen und Bibern erlassen worden sein. Vielerorts werden wohl mit Duldung der Lokalpolitiker auch Biberbauten systematisch zerstört und weggeräumt. Anzeigen gegen illegales Vorgehen werden nicht oder nur zögerlich verfolgt. Wer sich traut einzuschreiten wird nicht selten bedroht.

Viele der den Tieren zugeschriebenen Probleme sind menschengemacht und könnten ohne die aufgezeigten tierquälerischen Maßnahmen gelöst werden. So trägt die intensive Jagd durch die immensen Störungen des Lebensrhythmus erst dazu bei, dass das Rehwild überhaupt junge Bäume verbeißt. Man könnte junge Pflanzen auch preiswert und einfach durch für Rehe unangenehm riechenden Anstrich schützen oder durch spezielle Manschetten für den Leittrieb der jungen Pflanzen, das Stück für 13 Cent. In Teilen der Schweiz wird erfolgreich ein Ruhezonenmodell praktiziert, welches auch in den Wäldern derer von Gemmingen Nachahmer gefunden hat: auf etwa 25-30 Prozent der Fläche werden großräumige jagdfreie Areale und unbejagte Äsungsflächen geschaffen. Das sind geeignete Rückzugsgebiete für Hirsche, Rehe oder Gämse. Ohne den permanenten Jagddruck finden sie dort regelmäßig Nahrung und werden nicht zu “Waldschädlingen”. Man könnte auch einfach den Massenabschuss im Rahmen der unsäglichen Drückjagden unterlassen. Diese Jagdform war in den letzten 30 Jahren weder im Hinblick auf den Wald noch hinsichtlich der Bestandsregulierung der Tiere effizient. Warum sollte sich das in Zukunft ändern?

Wer Fischteiche systematisch von der natürlichen Randvegetation “säubert” und in diesen Badewannen eine unnatürlich hohe Fischdichte erzeugt, muss sich nicht wundern, wenn der natürliche Fischfresser auf die Massentierhaltung reagiert. Auch der Abschuss von Füchsen oder Waschbären ist völlig sinnlos. Denn die Jagd ist gar nicht in der Lage, den Bestand dieser Tiere zu regulieren. Die Entwicklung der Zahl der Waschbären lässt sich durch die Jagd nicht einmal verzögern. Das einzige was durch die Jagd auf Beutegreifer erreicht wird, ist – neben der Genugtuung ihrer Häscher – die Zerstörung der Sozialgefüge der Wildtiere und die Senkung ihres Durchschnittsalters. Ein Fuchs wird in Deutschland im Durchschnitt nicht einmal zwei Jahre alt.

Wildtierschutz Deutschland e.V.
T. 0177 72 300 86 | lk@wildtierschutz-deutschland.de
www.wildtierschutz-deutschland.de
www.facebook.com/wildtierschutz
Mitbegründer des www.aktionsbuendnis-fuchs.de