Coronakrise lässt Spritpreise weiter sinken Rohölnotierungen brechen ein

München (ots) Angesichts der weltweiten Coronakrise und der einbrechenden Rohölnotierungen geben die Spritpreise an den Tankstellen deutlich nach. Laut aktueller Auswertung des ADAC kostet ein Liter Super E10 im Bundesmittel 1,267 Euro, das sind 5,8 Cent weniger als in der Vorwoche. Diesel verbilligte sich um 4,1 Cent auf durchschnittlich 1,137 Euro je Liter.

Rohölnotierungen brechen ein / Kraftstoffpreise im Bundesdurchschnitt Quellenangabe: “obs/ADAC e.V.”

Aus Angst vor einer globalen Rezession bewegen sich die Rohölnotierungen weiter steil nach unten. Ein Barrel der Sorte Brent kostet aktuell nur noch 29 Dollar, das sind rund acht Dollar weniger als vor einer Woche. Rohöl ist damit so billig wie zuletzt Anfang des Jahres 2016.

Angesichts dieser Entwicklung auf dem Rohölmarkt besteht Potenzial für weitere Rückgänge der Kraftstoffpreise. Vergünstigungen aus sinkenden Rohölnotierungen kommen dann vollständig bei den Verbrauchern an, wenn der Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt dies erzwingt.

Der ADAC empfiehlt Autofahrern, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen. Wer die teilweise erheblichen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und Tageszeiten nutzt, spart bares Geld und stärkt zudem den Wettbewerb zwischen den Anbietern. So tankt man nach einer aktuellen Auswertung des ADAC in der Regel am günstigsten zwischen 18 und 22 Uhr. Unkomplizierte und schnelle Hilfe bietet die Smartphone-App “ADAC Spritpreise”. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

PIRATEN zum Coronavirus: Was die EU tut und was fehlt

Berlin/Brüssel (ots) Angesichts von Falschmeldungen in sozialen Medien, die EU lasse die Bürger angesichts der Corona-Epidemie im Stich, haben die PIRATEN im Europäischen Parlament die EU-Maßnahmen in diesem Bereich zusammengestellt (siehe unten). Der Europaabgeordnete Patrick Breyer (Piratenpartei) fordert aber eine zusätzliche, digitale Dimension des Krisenmanagements:

“Wer zuhause bleiben muss und keinen modernen Internetzugang hat, ist von digitalen Informations- und Hilfsangeboten ebenso abgeschnitten, wie von Telearbeit und Telelernen. Angesichts dieser Pandemie muss Europa endlich allen Bürgern ein Recht auf Breitband-Internetanschluss einräumen. Die ursprünglich bis Ende 2020 vorgesehene Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie (Kommunikationskodex) muss als Eilmaßnahme jetzt vorgezogen werden. Dass Zehntausende Haushalte in Deutschland bis heute keinen Breitband-Internetanschluss bekommen können und nur Anspruch auf einen Telefonanschluss haben, hat in Krisenzeiten untragbare Auswirkungen.”

Anja Hirschel, Themenbeauftragte für Digitalisierung der Piratenpartei, ergänzt: “Es ist doch paradox, dass dieselbe Bundesregierung, die seit Jahren den Ausbau der Breitbandnetze schleifen lässt, nun erwartet, dass große Teile der Bevölkerung von jetzt auf gleich ihre Arbeit von zuhause aus über das Internet erledigen. Die gegenwärtigen Herausforderungen machen bewusst, welchen immens hohen Stellenwert das Internet inzwischen in unserem Leben hat. Schon seit vielen Jahren fordern wir PIRATEN größere Anstrengungen beim Ausbau der Netze sowie ein Grundrecht auf ‘digitale Teilhabe’ [1]. Spätestens jetzt wird der breiten Masse schlagartig klar, dass das Internet längst eine unabdingbare Voraussetzung für die gesellschaftliche Teilhabe ist und zur Basisversorgung gehört. Der Gesetzgeber sollte deshalb jetzt die Initiative ergreifen und ein Grundrecht auf einen Zugang zum Internet festschreiben.”

Auch die in Deutschland übliche Volumenbegrenzung für mobile Datenverbindungen ist den PIRATEN ein Dorn im Auge. Die Piratenpartei Deutschland appelliert deshalb an die deutschen Telekommunikationsanbieter, die Begrenzungen des Datenvolumens für Mobilfunk- und Internetverträge für die Dauer der Pandemie vorübergehend aufzuheben und kostenloses Telefonieren zu ermöglichen, wie dies in anderen Ländern bereits der Fall ist.

Was die EU unternimmt – Liste der EU-Hilfen in der Coronavirus-Krise:

  • Investitionsinitiative der EU als Reaktion auf das Coronavirus:
    37 Mrd. EUR öffentliche Investitionen, um die Kohäsionsmittel
    dorthin zu leiten, wo sie am meisten benötigt werden
  • Bereitstellen von 47,5 Millionen Euro aus dem
    Horizont-2020-Fonds zur Finanzierung von 17
    Gesundheitsforschungsprojekten zur COVID-19-Pandemie
  • Ausfuhrgenehmigungssystem zur Beschränkung der Ausfuhr in Europa
    benötigter medizinischer Schutzausrüstung
  • Bereitstellung von 100 Milliarden Euro an Bankkapital durch die
    EZB, um den Kreditfluss an die Wirtschaft aufrechtzuerhalten und
    die Folgen der Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen
  • Kontrollmechanismen zur Gewährleistung der zuverlässigen
    Versorgung der Mitgliedsstaaten mit Gesundheitsgütern
  • Schaffen von Anreizen für Textilunternehmen, medizinische
    Schutzausrüstung herzustellen
  • Erweiterung des EU-Katastrophenschutz-Mechanismus (rescEU) zum
    Kauf medizinischer Ausrüstung
  • Beschleunigte gemeinsame Beschaffung von medizinischen Testkits
    und Beatmungsgeräten
  • Leitlinien für nationale Grenzschutzmaßnahmen
  • Genehmigung zusätzlicher nationaler Unterstützungsmaßnahmen wie
    Lohnsubventionen, Aussetzung der Zahlungen von Unternehmens- und
    Mehrwertsteuern oder Sozialabgaben
  • Verabschiedung von Vorschriften für staatliche Beihilfen, die es
    den Mitgliedstaaten ermöglichen, den akuten Liquiditätsbedarf zu
    decken und Unternehmen zu unterstützen, die aufgrund des
    COVID-19-Ausbruchs vor dem Bankrott stehen
  • Genehmigung normalerweise nicht zugelassener Subventionen, wie
    zum Beispiel Ausgaben im Gesundheitssektor und gezielte
    Hilfsmaßnahmen für Unternehmen und Arbeitnehmer
  • Anpassung oder Aussetzung der von den Mitgliedstaaten
    geforderten Steueranstrengungen im Falle eines negativen
    Wirtschaftswachstums
  • Gesetzesvorschlag für eine vorübergehende Entlastung der
    Fluggesellschaften von Leerflügen, damit diese ihre Start- und
    Landeslots behalten können
  • Bereitstellung von 1 Mrd. EUR als Garantie für den Europäischen
    Investitionsfonds, um den Banken einen Anreiz zu geben, kleinen
    und mittelständischen Unternehmen Liquidität zur Verfügung zu
    stellen
  • Förderung von Kurzarbeitsregelungen und Weiterbildungs- sowie
    Umschulungsprogrammen
  • Vorbereitung eines Gesetzesvorschlages für ein europäisches
    Arbeitslosenversicherungssystem, das zur Erhaltung von
    Arbeitsplätzen beitragen soll
  • Nutzung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und des
    Europäischen Sozialfonds, um in die Gesundheitssysteme der
    Mitgliedsstaaten zu investieren
  • Bereitstellung von 179 Millionen EUR des Europäischen Fonds zur
    Anpassung an die Globalisierung, um entlassene Arbeitnehmer und
    Selbstständige zu unterstützen
  • Bereitstellung von 800 Millionen EUR durch die Erweiterung des
    Anwendungsbereichs des EU-Solidaritätsfonds, damit dieser auch
    in einer Krise im Bereich der öffentlichen Gesundheit Hilfen aus
    diesem Fond möglich macht
  • Einrichtung eines Netzwerks der europäischen Verbände der
    Tourismus- und Reisebranche zum Informationsaustausch und zur
    Bewertung der Auswirkungen

Anmerkung: Viele andere der notwendigen Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Coronaviruses, wie beispielsweise Gesundheits- und Notfallmaßnahmen, liegen außerhalb des Zuständigkeitbereiches der EU. Darüber hinaus ist die EU wesentlich stärker an den vorhandenen Haushaltsrahmen gebunden als die Mitgliedstaaten, da sie keine Schulden aufnehmen darf.

Web: www.piratenpartei.de

Luczak/Hirte: Sicherstellung der Handlungsfähigkeit der Justiz

Berlin (ots) Durchführung Strafverfahren sichern / Insolvenzantragspflicht aussetzen

Die Koalitionsfraktionen werden kurzfristig ein Gesetz einbringen, um die rechtlichen Herausforderungen, die sich aus der Corona-Krise ergeben, zu lösen und die Handlungsfähigkeit der Justiz sicherzustellen. Hierzu erklären der rechts- und verbraucherpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr. Jan-Marco Luczak und der zuständige Berichterstatter Prof. Dr. Heribert Hirte:

Dr. Jan-Marco Luczak: “Die Corona-Krise stellt auch die Justiz vor große Herausforderungen. Die aktuelle Situation darf nicht dazu führen, dass Strafverfahren platzen oder Kriminelle aus der Haft entlassen werden. Damit die Justiz handlungsfähig bleibt, bringen wir daher einige Gesetzesänderungen auf den Weg.

Im Strafprozess verlängern wir die Frist, um die Hauptverhandlungen maximal unterbrochen werden dürfen, auf über drei Monate. Das gibt dem Gericht den notwendigen Spielraum, wenn die Hauptverhandlung aufgrund von Schutzmaßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung des Corona-Virus nicht durchgeführt werden kann. Damit stellen wir die Handlungsfähigkeit unserer Justiz auch unter den aktuellen Herausforderungen sicher. Zudem wollen wir die Insolvenzantragspflicht kurzfristig aussetzen, um Unternehmen zu schützen, die infolge der Corona-Epidemie in eine finanzielle Schieflage geraten.”

Prof. Dr. Heribert Hirte: “Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, die Lage der vielen großen, mittleren und kleinen Unternehmen in Deutschland in den Blick zu nehmen. Die befristete Aussetzung der strafbewehrten Insolvenzantragspflicht und – damit korrespondierend – der an Geschäftsleiter gerichteten ‘Zahlungsverbote’ in der Krise sind ein erster Schritt zur Stärkung und Erhaltung dieser unserer wirtschaftlichen Basis in der Krise. Wir werden sehr bald auch über Eigenkapitalhilfen für Unternehmer und Selbstständige nachzudenken haben, letztlich nach Art eines ‘Kurzarbeitergeldes für Selbstständige’. Das muss schnell und pauschal geschehen, etwa durch Aussetzung oder Rückzahlung von Einkommensteuervorauszahlungen bei den besonders betroffenen Unternehmen. Zu prüfen ist auch, ob Hilfen des Staates oder Dritter (Banken), die jetzt an Unternehmen gewährt werden, im Rahmen von § 39 InsO einen besonderen Vorrang erhalten sollen. Außerdem sollte bereits jetzt klargestellt werden, dass in der Corona-Krise gewährte Not-Kredite durch zukünftige Verzichte/Restrukturierungen nicht einen die Insolvenz auslösenden steuerbaren Sanierungsgewinn auslösen.

Auch jenseits des Insolvenzrechts besteht im Zivilrecht weiterer Handlungsbedarf, den wir kurzfristig prüfen und umsetzen müssen. Das gilt etwa für die Durchführung von Haupt- und Gesellschafterversammlungen. Die Schweiz eröffnet seit Montag bereits allgemein die Option, elektronische oder schriftliche Abstimmungen vorzusehen. Gleiches gilt bei Dauerschuldverhältnissen, insbesondere im Mietrecht, wo die Möglichkeit außerordentlicher Kündigungen wegen Nichtzahlung der Miete befristet weiter eingeschränkt werden sollte. Im Prozessrecht werden wir zu prüfen haben, wie wir mit den während der Krise laufenden Fristen umgehen, etwa durch Einführung von ‘Gerichtsferien’.”

Internet: http://www.cducsu.de

Corona-Krise: AfD legt 5-Punkte-Sofortprogramm vor

Berlin (ots) Angesichts des sich immer schneller ausbreitenden Coronavirus benötigen die von der Krise besonders betroffenen gesellschaftlichen Gruppen schnelle und wirksame wirtschaftliche Nothilfe. AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla und die stellvertretende AfD-Bundessprecherin Alice Weidel legen hierzu ein 5-Punkte-Sofortprogramm vor:

1. Schutzschirm für alle von der Corona-Krise betroffenen Familien

Eltern und Familien brauchen in der aktuellen Viruskrise die besondere Hilfe des Staates. Deshalb muss für sie ähnlich der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz) eine angemessene Lohnfortzahlung für alle berufstätigen Eltern, die nun ihre Kinder zu Hause betreuen müssen, für die Gesamtdauer des behördlich angeordneten Ausnahmezustandes garantiert werden. Die von den Arbeitgebern gewährte Lohnfortzahlung soll durch großzügige staatliche Sicherungszusagen verlässlich abgesichert werden.

– Gesetzliche Grundlage hierfür bieten u.a. die Entschädigungsregelung gemäß § 56 Infektionsschutzgesetz, die finanzielle Entschädigung für Arbeitnehmer bei Verdienstausfall gewährt. Gerade in der aktuellen Corona-Krise ist die Lohnfortzahlung bei Verdienstausfall für betroffene Eltern ein zentrales Element zum Schutz der Familie. Das heißt: Eltern, die Ihr Kind zu Hause betreuen müssen, weil Schule oder Kita vorübergehend schließen, dürfen keine Einkommenseinbußen erleiden und müssen durch eine verlässliche Lohnfortzahlung das Familieneinkommen gesichert wissen. Aus diesem Grund sind bereits bestehenden Gesetze durch die Behörden unverzüglich weitreichend auszulegen. – Kommunen müssen die Kindergartenbeiträge so lange aussetzen, bis der reguläre Kindergartenbetrieb wieder aufgenommen wird.

2. Existenzsicherung für Selbstständige, Freiberufler, kleine Mittelständler und Handwerker

Von den umfassenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens infolge der Coronakrise sind gerade Selbstständige, Freiberufler und kleine Mittelständler existenziell betroffen. Die notwendigen Krisenmaßnahmen zerstören ihre Geschäftsgrundlage. Während große Unternehmen und Konzerne aufgrund ihrer Kapitalbasis längere Krisenphasen überbrücken können, führen sie Selbstständige, Freiberufler und kleine Mittelständler in die Insolvenz. Das gilt es zu verhindern, da ihre Dienstleistungen auch nach der Krise wieder dringend gebraucht werden. Aus diesem Grund benötigen Selbstständige, Freiberufler und kleine Mittelständler ab sofort eine nicht rückzahlbare staatliche Nothilfe, die sich am bisherigen Geschäftsergebnis orientiert. Zugleich muss diese Gruppe im laufenden Jahr grundsätzlich von allen Einkommens- und Unternehmenssteuern befreit werden.

– Ebenso gilt es, neue krisenbezogene Geschäftsmodelle, etwa neu entstehende Lieferdienste oder Startups in der Pflege- und Familien-Arbeit sowie speziell Reinigungsdienste (Desinfektionsdienste) durch kluge steuerliche und arbeitsmarktpolitische Anreize zu fördern. Die Krise ist trotz des zunehmenden Krankheitsleids zugleich eine unternehmerische Chance. – Daneben sind alternative Produktionsmodelle zum Erhalt der wirtschaftlichen Infrastruktur zu fördern. Die Engpässe von medizinischer Ausrüstung und Desinfektionsmitteln lassen sich durch einen innovativen Mittelstand, wie wir ihn in Deutschland haben, mit verhältnismäßig wenig Aufwand beseitigen. Vermeintlich fachfremde Industriezweige können motiviert werden, medizintechnisches Gerät herzustellen: – Die Automobilindustrie wäre in der Lage, Beatmungsgeräte zu produzieren. – Branntwein- oder Parfumhersteller können Desinfektionsmittel herstellen. – Und die Textilbranche ist in der Lage, Schutzausrüstung zu liefern. Dazu muss die Bundesregierung einen festen Abnahmepreis garantieren. Deutschland wird damit unabhängig von überteuerten Importen und hat eine gesicherte Versorgungslage. Bereits jetzt verlangt die Situation eine Aufarbeitung mit der zentralen Zielstellung der Rückbesinnung auf nationale wirtschaftliche Stärken. Insbesondere der Ausbau der Wirkstoffproduktion für Medikamente ist dabei vorrangig zu forcieren.

3. Rettungsschirm für die Tourismusbranche Die Tourismusbranche mit ihren drei Millionen Beschäftigten und weiteren 1,25 Millionen indirekt von ihr abhängigen Arbeitsplätzen leidet jetzt schon unter enormen Verlusten und Buchungsrückgängen von bis zu 80 Prozent. Ohne Hilfe droht einem Großteil der Unternehmen in diesem Jahr die Insolvenz. Das dürfen wir nicht zulassen, weil der Tourismus in guten Zeiten eine wichtige Stütze unserer Volkswirtschaft ist.

– Darum müssen wir einen Rettungsschirm spannen, dessen Kernelement ein umfassender, finanziell großzügig ausgestatteter Notfallfonds ist, der die betroffenen Unternehmen auffängt. Zu den umgehend einzuleitenden Maßnahmen zählt eine sofortige Stundung der Sozialversicherungsbeiträge. Kleine und mittlere Unternehmen müssen im laufenden Jahr komplett von der Steuer befreit werden, größere Unternehmen benötigen eine sofortige zinslose Stundung ihrer Steuervorauszahlungen. Diese Maßnahmen sind für Gastronomie und Hotellerie eine schnelle Liquiditätshilfe während der Coronaepidemie. – Weiterführend müssen neue Konzepte des Tourismus in Krisenzeiten, insbesondere staatlich finanzierte Erholungsangebote für verdientes Klinikpersonal, Polizeikräfte, Mitarbeiter der systemrelevanten Infrastruktur erarbeitet werden. Schließlich ist mit einer länger anhaltenden Krisensituation über das gesamte Jahr hinweg zu rechnen. – Arbeitskräfte, die krisenbedingt freigesetzt werden, sollen auf freiwilliger Basis mit Hilfe etwa der Bundesagentur für Arbeit schnell und unbürokratisch in Wirtschaftszweige mit Bedarfslage umgeleitet werden. – Darüber hinaus soll den Mitarbeitern der systemrelevanten Strukturen, die im Schichtbetrieb arbeiten, kostenlose Hotelübernachtungen angeboten werden. Dieses Angebot soll sowohl die Gesundheit der betroffenen Familien, dem Erhalt der einzelnen Arbeitskraft als auch der wirtschaftlichen Situation der Hotellerie und Gastronomie dienen. Der Staat übernimmt die tatsächlichen Übernachtungskosten der anspruchsberechtigten Beschäftigten.

4. Schnelles Internet ohne Preisaufschlag für alle Bürger In Zeiten, in denen viele Menschen ihre Wohnung und ihr Haus nicht mehr verlassen können, sind sie noch stärker als bisher auf die digitale Kommunikation angewiesen. Das gilt vor allem für die vielen Arbeitnehmer, die nun aufgrund der Viruskrise ins Homeoffice wechseln mussten. Wenn sie dort gute Arbeit leisten sollen, benötigen sie schnelles Internet. Mit ihrer Heimarbeit stützen sie in dieser schweren Zeit den Wirtschaftsstandort Deutschland. Aus diesem Grund müssen alle Internetanbieter ab sofort allen Haushalten schnelles Internet ohne Preiserhöhungen zur Verfügung stellen. Das ist in weiten Teilen des Landes möglich. Denn aktuell wird der Datentransfer je nach Vertrag eingeschränkt oder beschleunigt. Auch der Bundestag und die Bundesregierung müssen endlich nach estnischem Vorbild für einen digitalen Betrieb zugerüstet werden.

5. Sicherstellung der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung und der Landwirtschaft Bei weiter steigenden Infektionszahlen wird auch die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln gefährdet.

– Hier muss die Bundesregierung mit großzügigen Entgeltangeboten Arbeitnehmer, die ihren eigentlichen Beruf derzeit nicht ausüben können, anwerben und in der Lebensmittelindustrie einsetzen. Notfalls müssen auch technische Hilfskräfte oder gar die Bundeswehr in die Lebensmittelversorgung einbezogen werden. – Arbeitskräfte, die krisenbedingt freigesetzt werden, sollen mit Hilfe einer zentralen Schaltstelle (Bundesagentur für Arbeit) auf freiwilliger Basis schnell und unbürokratisch in die Landwirtschaft umgeleitet werden. – Mit großzügigen Entgeltangeboten muss die Bundesregierung zudem Hilfskräfte für die Landwirtschaft anwerben, um die Nahrungsmittelproduktion im Inland sicherzustellen. Hierzu sollten die Landwirte jene 20 Prozent der Anbauflächen wieder reaktivieren, die bislang nicht zur Nahrungsmittelproduktion genutzt werden. – Ebenso müssen zeitnah regionale Kreislaufwirtschaften und landwirtschaftliche Innovationssysteme mit dem Fokus auf Eigenversorgung und Subsistenz durch großangelegte staatliche Förderprogramme aufgebaut werden, da deren Produktionsergebnisse/Erträge erst mit zeitlicher Verzögerung sichtbar werden. Ziel ist es, die Abhängigkeit von globalen Lieferketten in der Lebensmittelversorgung perspektivisch zu mindern. – Die Krise muss grundsätzlich als Chance begriffen werden, regionale Wirtschaftskreisläufe zu revitalisieren und durch Maßnahmen in der Tradition kleinbäuerlicher Landwirtschaft zu stärken.

afd.de

Nichts versprechen, was man nicht halten kann

Kommentar zur Diskussion um Wasserstoff in der Energiewende

Berlin/ Holzminden (ots) Standpunkt von STIEBEL ELTRON
Dr. Nicholas Matten, Geschäftsführer
Dr. Kai Schiefelbein, Geschäftsführer

Für Dr. Kai Schiefelbein (links) und Dr. Nicholas Matten, Geschäftsführer des deutschen Heizungsherstellers STIEBEL ELTRON Quellenangabe: “obs/STIEBEL ELTRON”

Die nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung wird Ende des Monats veröffentlicht. Für STIEBEL ELTRON ist grüner Wasserstoff ein wichtiger Bestandteil der Energiewende – einen zeitnahen Einsatz im häuslichen Wärmebereich hält der Heizungshersteller allerdings für unrealistisch. Ein Standpunkt des Unternehmens:

Reiner Wasserstoff kommt leider in der Natur nicht vor, er muss aufwendig produziert werden. Einen nachhaltigen Umweltnutzen hat Wasserstoff im Energiesystem, wenn für diese Produktion erneuerbar erzeugte Energie eingesetzt wird – also Ökostrom. Nur dann sprechen Experten von grünem Wasserstoff. “Blauer” oder auch “grauer” Wasserstoff, dessen Erzeugung in der Regel mithilfe von fossilem Erdgas erfolgt, ist umweltschädlich. Einzig und allein grüner Wasserstoff ist hilfreich. Aber: Der Einsatz von grünem Wasserstoff im häuslichen Wärmemarkt ist generell nicht sinnvoll, solange nicht erneuerbar erzeugter Strom im Überfluss vorhanden ist. Der erneuerbar erzeugte Strom, der notwendig ist, um grünen Wasserstoff zu produzieren, kann von einer Wärmepumpe deutlich effizienter genutzt werden. Es braucht etwa fünf Mal so viel Strom, um den Wasserstoff erst zu produzieren und dann wieder in Wärme umzuwandeln, als wenn man die gleiche Menge Wärme mit einer Wärmepumpe erzeugt. Zudem sind für den Einsatz von grünem Wasserstoff im bestehenden Gasnetz noch viele Fragen offen, was Infrastruktur, Beimischung und Endgeräte betrifft.

Natürlich wird Wasserstoff auf Basis von erneuerbaren Energien für eine erfolgreiche Energiewende eine Rolle spielen. Wichtig ist allerdings, dass alle Akteure, insbesondere Politik und Verbände, seriös mit dem Thema umgehen. Angesichts der hohen Menge Strom, die benötigt wird, um Wasserstoff herzustellen, wird das grüne Gas, wenn besagter Strom aus nationalen oder europäischen Quellen stammt, sehr teuer sein – teurer zumindest, als wenn der Strom direkt sinnvoll und effizient genutzt würde. Zudem gibt es auch ohne den häuslichen Wärmemarkt ein dichtes Gedränge wirtschaftlich potenter Abnehmer für grünen Wasserstoff, der zukünftig gebraucht wird…

1…. für den Betrieb von effizienten Gaskraftwerken, die Strom dann erzeugen, wenn die erneuerbaren Quellen temporär nicht in der Lage sind, den Bedarf zu decken;

2…. im Mobilitätssektor für Schwerlast-, Schiffs- und Flugverkehr, wo der Einsatz von Batterien nicht möglich ist;

3…. in der Industrie für Hochtemperaturanwendungen;

4…. in der chemischen Industrie für die stoffliche Weiterverarbeitung.

Grundsätzlich sollte beim Thema Wasserstoff nichts versprochen werden, was man nicht halten kann. Die Beteiligten, allen voran die Politik, sollten beim Thema Wasserstoff insbesondere bei der Effizienz und den tatsächlichen Kosten für die Endverbraucher realistische Einschätzungen vornehmen und Aussagen treffen, statt Erwartungen zu schüren, die nicht erfüllt werden können. Es braucht ein ehrliches und seriöses “Management of expectations”. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) geht hier mit gutem Beispiel voran und schreibt:

“Bei strombasierten Energieträgern wie grünem Wasserstoff oder entsprechenden Kraftstoffen sind Umwandlungsverluste unvermeidlich. Derzeit fallen diese sehr hoch aus. Am Beispiel Auto kann man das sehen: Der Strombedarf bei der Nutzung synthetisch hergestellter Kraftstoffe für PKW ist zwischen zwei- und fast siebenmal höher als die direkte Stromnutzung eines Elektroautos. Deshalb ist es wichtig, nachhaltig produzierte Power-to-X-Produkte gezielt dort einzusetzen, wo eine direkte Elektrifizierung nicht möglich ist, also etwa im Luftverkehr, Seeverkehr oder in der Stahlindustrie.”

Schließlich wird immer wieder das Argument angeführt, Deutschland könnte ja erneuerbaren Strom oder gleich grünen Wasserstoff aus anderen Ländern importieren, die beispielsweise deutlich mehr Sonnenstunden haben und deshalb große Mengen PV-Strom generieren könnten. Dem ist zu entgegnen:

– Mögliche Exportländer benötigen grünen Strom erst einmal selbst, weil sie ebenfalls dem Pariser Klimaabkommen verpflichtet sind und das Ziel haben, möglichst viel CO2 einzusparen. Ein Export wäre erst dann möglich, wenn Ihr Energiesystem komplett mit Ökostrom gesättigt ist.

– Große Importstrategien bspw. aus sonnenreichen Ländern in Afrika oder im nahen oder fernen Osten haftet das Problem an, das Deutschland und Europa sich erneut abhängig machen von Staaten mit zumindest diskussionswürdigen Regierungssystemen oder sogar instabilen Verhältnissen. Zudem ist der Transport der Energie über große Entfernungen und durch diverse Länder immer mit Verlusten und allgemeinen Risiken behaftet.

– Realistisch betrachtet sind derartige Lösungen nicht innerhalb der nächsten 20 Jahre zu erwarten.

Fazit: Grüner Wasserstoff ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Energiewende – im häuslichen Wärmebereich sollte und wird er allerdings bis auf Weiteres keine Rolle spielen. Ein theoretischer Markthochlauf käme für den Gebäudesektor ohnehin schon jetzt zu spät, um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen. Benötigt werden aber keine utopischen Lösungen aus ferner Zukunft, sondern eine konsequente Festlegung auf die Nutzung bereits vorhandener Gebäudelösungen wie Photovoltaik und Wärmepumpen.

Über Stiebel Eltron

Stiebel Eltron, gegründet 1924, gehört mit einem Jahresumsatz von rund 593 Millionen Euro (2019 netto, vorl.) zu den führenden Unternehmen auf dem Markt der Erneuerbaren Energien, Wärme- und Haustechnik.

Internet www.stiebel-eltron.de

Goslar – 360 Grad 3D-Rundgang ehemaliges Odeon-Theater

Das Odeon-Theater war über viele Jahrzehnte ein Ort für Kultur und Tagungen.

Im August 2012 senkte sich leider aufgrund von anstehenden Brandschutz- und Sanierungsmaßnahmen für immer der Vorhang. Künftig wird das Gebäude unter Beibehaltung der historischen Fassade für Wohnungen genutzt. Zur Erinnerung können Sie hier noch einmal durch das bereits teilgeräumte Theater streifen.

https://www.goslar.de