Kanzlerin Merkel im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus

Kanzlerin Merkel hat die Bevölkerung zu “Verzicht und Opfern” im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus aufgerufen. Bund und Länder einigten sich darauf, Treffen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit zu verbieten.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben sich Bund und Länder erstmals auf einheitliche Regeln für ganz Deutschalnd verständigt. Sie verzichten dabei auf eine bundesweite Ausgangssperre und setzen stattdessen auf ein umfangreiches Kontaktverbot.

In einer gemeinsamen Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder einigten sie sich darauf, von morgen an Zusammenkünfte in der Öffentlichkeit von mehr als zwei Personen zu verbieten. Ausnahmen gibt es für Familien. Schließen müssen alle Restaurants und Friseure.

Die bundesweit beschlossenen Maßnahmen

– Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die sozialen Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren

– Mindestabstand im öffentlichen Raum von mindestens 1,50

– Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine oder mit einer weiteren Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet

– Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Teilnahme an erforderlichen Terminen, indivueller Sport und Bwegung an der frischen Luft bleiben weiter möglich

– Gruppen feiernder Menschen – auch im Privaten – sind inakzeptabel

– Gastronomiebetriebe werden geschlossen, nur die Mitnahme von Speisen und Getränken ist gestattet

– Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege werden geschlossen – Ausnahmen gelten nur für medizinisch notwendige Dienste

– In allen Betrieben ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen umzusetzen.

– Die Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben.

Die mit den Ministerpräsidenten beschlossenen Maßnahmen seien dabei “keine Empfehlungen, sondern Regeln”, so Merkel.

Zum Schutz aller: Fehlinformationen über Corona-Tests ausräumen!

COVID-19 Selbstabstrich-Tests medizinischer Labore sinnvoll und effektiv

Hamburg (ots) In Zeiten von Ungewissheit und Ängsten vor der Infektion mit einem noch neuen Virustyp ist es umso wichtiger, Fehlinformationen auszuräumen und weitere Verunsicherungen zu vermeiden.

Dr. med. Jens Heidrich, Facharzt für Laboratoriumsmedizin, Hämostaseologie und Inhaber des Labors Dr. Heidrich & Kollegen. Quellenangabe: “obs/Labor Dr. Heidrich & Kollegen GmbH MVZ”

Ein großes, mit Missverständnissen behaftetes Thema sind derzeit die Corona-Selbsttests. Hierzu gibt es viele Falschinformationen und -interpretationen in allen öffentlichen Kanälen, so dass eine sachliche und fachliche Aufklärung dringend geboten ist. An erster Stelle gehört dazu diese Information: Die höchste Diagnosesicherheit bieten ausschließlich die SARS-CoV-e/COVID-19-Abstrichtests aus medizinischen Laboren, die aktuell auch zum Selbstabstrich an Patienten mit Indikation gemäß RKI abgegeben und im Labor untersucht werden.

Sind Selbstabstrichtests sinnvoll?

Die Antwort lautet JA – sofern es sich um Selbstabstrich-Tests aus dem Fachlabor handelt, die vorwiegend vom Arzt abgegeben werden. Warum überhaupt so ein Selbstabstrichtest? Die nagende Ungewissheit potenziell Corona-Infizierter führt zu einem extrem hohen und unter Risikoabwägung nicht zu bewältigendem Patienten-Aufkommen in Arzt-Praxen und Fachlaboren. Damit trotzdem alle potenziell infizierten Patienten die Chance auf eine Testung haben, können sich Patienten nach Anruf im Labor und Prüfung der Indikationen (Vorgabe aktuelle Informationen des RKI) an der Labortür ein Selbstabstrich-Kit mit genauer Anleitung zum Abstrich abholen. Auch die Anforderung über das Internet (z. B. www.labor-heidrich.de) ist möglich. Das Abstrich-Set wird dann nach Hause geschickt und kann nach Gebrauch per Post wieder ins Labor geschickt werden oder persönlich vorbeigebracht werden. Es handelt sich hierbei NICHT um einen unzuverlässigen Schnelltest.

Die in den sozialen Medien zum Teil als Kettenbriefe verbreiteten “Tipps” wie “den Atem über mehr als 10 Sekunden anhalten” oder “alle 15 Minuten Wasser trinken” sind ebenso unseriös und ineffektiv wie im Online-Handel angebotene Selbsttests in der Art von Schwangerschaftstests oder sogenannte Antikörpertests. Diese funktionieren derzeit noch nicht zuverlässig. Von allem, was nicht von seriösen Stellen (Arztpraxen, Kliniken, Fachlaboren) als Selbstabstrich-Test angeboten wird, sollte zur eigenen Sicherheit und der Sicherheit der Mitmenschen die Finger gelassen werden.

Wie sicher ist die Methode mit Selbstabstrich?

Die ausgegebenen Corona-Abstrichsets enthalten eine genaue Anleitung und professionelles Diagnosematerial, so dass der Abstrich eigenständig sicher durchgeführt werden kann. Die Analyse erfolgt im Labor nach WHO-Standard.

Prof. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité Berlin, erklärt dazu: “Es muss natürlich ein koordinierter Patient sein, der in den Spiegel schauen kann, und das auch hinbekommt, wirklich hinter das Gaumensegel zu gehen mit einem Abstrichtupfer.” (http://ots.de/FOdX7U)

Seit fast vier Wochen wendet das Labor Dr. Heidrich & Kollegen die Selbstabstrich-Methode an. Die Rate der positiven Testergebnisse beim Selbstabstrich lag dabei in der 11. Kalenderwoche 2020 bei 8,1 Prozent; bei Proben, die bundesweit von Ärzten durchgeführt wurden, bei 5,2 Prozent. Auch das lässt einen Rückschluss auf die Sicherheit zu. Der Patientenabstrich ist damit genauso wertvoll wie die der Ärzte.

Wer bezahlt den Selbstabstrich-Test?

Das ist leider ein noch heikles Thema, denn aktuell bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen den Test bei Selbstabstrich nicht. Hintergrund: Gemäß den Richtlinien gehören Abstriche zur ärztlichen Leistung. Maximal ist er abrechnungsfähig, wenn der Patient den Abstrich unter ärztliche Aufsicht selbst durchführt. Die Crux ist, dass die kassenärztlichen Richtlinien und die Gebührenordnung eine Pandemie wie das Corona-Virus nicht berücksichtigen. Krisenregelungen gibt es in diesem Bereich bislang nur unzureichend. Wir Laborärzte kämpfen auch an dieser Front um eine kurzfristige Änderung und Kostenübernahmeerklärung der Selbstabstrich-Tests durch die Krankenkassen zu erreichen”, so Dr. Jens Heidrich aus dem Labor Dr. Heidrich & Kollegen. Ein Appell, der hoffentlich gehört wird.

Denn einerseits sollten die Arztpraxen durch die Selbstabstrich-Tests entlastet und das Gefährdungspotenzial gesenkt werden, andererseits kommen Fachlabore, die darüber Rechnungen an Patienten schreiben müssen, in den Verdacht, sich an der Notsituation zu bereichern. Dr.Jens Heidrich: “Letzteres weisen wir auf das Schärfste von uns. Ein ärztlicher Betrieb muss sich an die ärztliche Gebührenordnung halten. Daher werden für die Selbstabstrich-Tests nach dem 1,15-fachen Satz ca. 150 EUR in Rechnung gestellt. Eine Abrechnung außerhalb der Gebührenordnung ist nicht zulässig.”

Appell an Entscheider

Arztpraxen haben zu Beginn der Krise im Fachlabor angerufen und darum gebeten, ihre Patienten zum Abstrich schicken zu dürfen, damit sie selbst möglichst wenig Kontakt zu potenziell Infizierten haben und nicht Gefahr laufen, ihre Praxis wegen Selbstinfektion schließen zu müssen. Auch das Fachlabor kann so einen Ansturm nicht alleine bewältigen; auch hier besteht die Gefahr, bei infizierten Mitarbeitern das Labor schließen zu müssen, was fatale Auswirkung für die dringend notwendige Labordiagnostik hätte. An die Entscheider im Gesundheitswesen und insbesondere an die Krankenkassen wird daher der Appell gerichtet, über den Sinn effektiver Selbstabstrich-Tests aufzuklären und die Kosten für diese Testungen zu übernehmen.

Web: labor-heidrich.de

Wie schütze ich mich vor dem Corona-Virus? Die wichtigsten Infos und Tipps!

Jetzt das Immunsystem stärken: mit frischer Luft, gesunder Ernährung und ausreichend Schlaf

Baierbrunn (ots) Anmoderation: Das Corona-Virus hat die Welt zur Zeit fest im Griff, täglich steigt die Zahl der Infizierten auch in Deutschland.

Dagmar Ponto hat mit Dr. Andreas Baum telefoniert. Er ist Internist sowie Leiter der medizinischen Fachredaktion der Apotheken Umschau und erklärt unter anderem, wie die Symptome bei einer Corona-Infektion aussehen:

Die wichtigsten Infos und Tipps! / Jetzt das Immunsystem stärken: mit frischer Luft, gesunder Ernährung und ausreichend Schlaf / Dr. Andreas Baum, Internist und Leiter der medizinischen Fachredaktion der Apotheken Umschau / Quellenangabe: “obs/Wort & Bild Verlag – Gesundheitsmeldungen/W&B/André Kirsch”

Sprecherin: Herr Dr. Baum, viele fragen sich, ob sie selbst vielleicht schon mit dem Corona-Virus infiziert sind, ohne es zu merken. Woran kann man das feststellen?

Diejenigen, bei denen die Infektion tatsächlich einen ernsten Verlauf nimmt, die bemerken zum Beispiel oft nach einigen Tagen, nach einer Woche, dass es schlechter wird. Dass zum Fieber, zum trockenen Husten noch Atemnot dazukommt. Ob eine Corona-Infektion tatsächlich vorliegt, das zeigt sich aber auch dann nur durch einen Test.

2) Wie schütze ich mich am besten vor einer Ansteckung?

Das Wichtigste ist natürlich Abstand halten. Eineinhalb bis zwei Meter wären gut, natürlich vor allem von Menschen, die erkältet sind. Man soll niemandem die Hände schütteln. Und vor allem soll man sich wirklich gründlich, mindestens eine halbe Minute lang, die Hände waschen. Mit Seife, auch die Fingerspitzen, auch die Haut zwischen den Fingern nicht vergessen. Erst nach ungefähr einer halben Minute sind die Keime von den Fingern wirklich herunter.

3) Abstand halten ist sicherlich richtig. Aber ist das in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf die viele von uns angewiesen sind, überhaupt möglich?

Daher ist es im Moment auch gerade so wichtig, dass man, wenn es möglich ist, zu Hause arbeitet oder auch auf anderen Wegen zur Arbeit geht – mit dem Fahrrad, mit dem eigenen Auto. Und dass man, wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, möglichst außerhalb der Stoßzeiten fährt.

4) Man hört immer wieder, dass jüngere Menschen weniger gefährdet sind. Stimmt das?

Ja, da ist etwas dran. Wir wissen inzwischen, dass vor allem ältere Menschen – ab dem Alter von 50, 60 Jahren steigt das Risiko – besonders gefährdet sind. Und auch alle Menschen mit Vorerkrankungen, zum Beispiel Herzkrankheiten, Lungenkrankheiten oder überhaupt mit einem schwachen Immunsystem. Da kann die Infektion tatsächlich einen wirklich schweren Verlauf nehmen bis hin zum Lungenversagen.

5) Heißt das, dass zum Beispiel Enkelkinder sich eine Weile von ihren Großeltern fernhalten sollten?

Das ist absolut sinnvoll im Moment, weil ja gerade alte Menschen ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben und auf der anderen Seite Kinder sich auch recht leicht selber anstecken können, weil sie ja oft in größeren Gruppen zusammen sind und engen Kontakt halten. Deswegen ist es vielleicht ganz gut, wenn Oma und Opa jetzt eine Zeitlang auf anderem Weg Kontakt halten, übers Internet per Video-Anruf zum Beispiel.

6) Haben Sie auch noch einen Tipp für uns, was man jetzt für das eigene Immunsystem tun kann?

Alles, was dem Immunsystem gut tut. Bewegung, jeden Tag raus an die frische Luft, einen Spaziergang in der Natur machen. Sich gesund ernähren und – ganz wichtig auch – auf ausreichend Schlaf achten, gerade das ist auch sehr wichtig für ein gut funktionierendes Abwehrsystem.

Vielen Dank Dr. Andreas Baum, Internist und Leiter der medizinischen Fachredaktion der Apotheken Umschau.

Weiterführende Information: Ausführliche, medizinisch fundierte und zuverlässige Informationen zum Thema Coronavirus gibt es auch unter www.apotheken-umschau.de/coronavirus.