Auge an der Außengrenze – U33 kommt von NATO-Patrouille zurück

Am Montag, den 25. Mai 2020 um 11.30 Uhr, wird das Uboot U33 im Marinestützpunkt und Heimathafen Eckernförde einlaufen. Das Boot unter der Führung von Kapitänleutnant Tobias Eikermann (33) hat seit Februar mehrere Aufklärungsfahrten an der Außengrenze der NATO unternommen und war in den zurückliegenden Wochen dem Maritimen Hauptquartier der Allianz (Allied Maritime Command, MARCOM) in Northwood (Großbritannien) unterstellt.

Das Uboot 33 auf Erprobungsfahrt und Tiefentest vor Eckernfoerde. Am 02.10.2018

Die Patrouille gehört zu den NATO Assurance Measures und hatte zum Schwerpunkt, die Aktivitäten der russischen Flotte zu beobachten. U33 gehört zu den ersten deutschen Ubooten, die dafür dem MARCOM unterstellt und von dessen Uboot-Führungszelle eingesetzt wurden. Die Maßnahmen der Rückversicherung sind Zeichen des Zusammenhalts der Allianz nach innen und der Entschlossenheit nach außen; sie sind eine Säule des NATO Readiness Action Plan und gehen auf den Gipfel von Wales 2014 zurück, auf dem die Alliierten eine verstärkte Präsenz an der Ostflanke vereinbart hatten.

“Wir tragen in der Ostsee besondere Verantwortung für die Sicherheit der Allianz. Unsere Partner erwarten von uns eine Führungsrolle”, sagt Flottillenadmiral Christian Bock (50). Er ist Kommandeur der Einsatzflottille 1 der Deutschen Marine, zu der das 1. Ubootgeschwader gehört. “Die Ostsee ist eine Verlängerung der Nordflanke. Für unsere Alliierten in Polen und im Baltikum ist sie der einzige ‘nasse’ Versorgungsweg, eine Lebensader, mit nur einem natürlichen Zugang. Schon in Krisenzeiten, vor jedem Ernstfall, kommen über diesen Seeweg Verstärkungskräfte und Versorgung für die Bevölkerung. Deshalb müssen wir die Freiheit und Sicherheit dieser Routen sicherstellen. Dazu gehört, dass wir wissen, wer sich wann, wo und mit welchen Absichten auf der Ostsee bewegt.”

Die Deutsche Marine ist nicht nur die größte Bündnismarine mit Ostseezugang, sondern besitzt vor allem detaillierte Kenntnisse des navigatorisch und taktisch anspruchsvollen Einsatzraums über und unter Wasser. In den flachen, engen und viel befahrenen Gewässern der Ostsee lange und unentdeckt zu tauchen, erfordert nach höchsten Standards ausgebildete und eingespielte Besatzungen. Die Deutsche Marine ist der einzige Ostsee-Anrainer des Bündnisses, der seine Uboote in der ganzen Ostsee getaucht einsetzen kann.

Hintergrundinformationen

Unter dem Eindruck der Geschehnisse auf der Krim und in der Ukraine hat die NATO auf dem 26. Gipfeltreffen in Wales im September 2014 den Readiness Action Plan beschlossen. Neben den als “Speerspitze” bekannten Einsatzkräften der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) gehören dazu auch der Einsatz von Aufklärungs- und Kampfflugzeugen und die stärkere Präsenz von Marinekräften in der Ostsee.

web: bundeswehr.org