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Deutschland im Corona-Homeoffice: Was ist erlaubt, was nicht?

Viele Arbeitnehmer arbeiten wegen des Coronavirus aktuell aus den eigenen vier Wänden. Nach dem oft sehr kurzfristigen Umzug von Rechner und Büroausstattung starten viele zum ersten Mal in einen Berufsalltag von Zuhause aus. Dabei stellen sich so manche Fragen: Wann muss ich erreichbar sein, gibt es eine Dokumentationspflicht und wie strikt muss die Arbeit vom Privaten getrennt werden? Prof. Dr. Simon A. Fischer, Professor für Wirtschaftsrecht an der SRH Fernhochschule, hat Antworten auf die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit der Telearbeit.

Bildunterschrift: Was im Corona-Homeoffice erlaubt ist und was nichtQuelle (©Alberto Grosescu / AdobeStock) zum Abdruck freigegeben

Arbeiten Sie zurzeit durch das Coronavirus bedingt aus dem Homeoffice? Dann haben Sie sich bestimmt schon gefragt, was bei der Arbeit zuhause erlaubt ist und was nicht. Unser Experte für Arbeitsrecht Prof. Dr. Simon A. Fischer hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen kompakt für Sie zusammengestellt.

Mein Arbeitgeber ordnet Homeoffice an: Darf er das?

Eigentlich darf der Arbeitgeber nicht einseitig Arbeit im Homeoffice anordnen. Allerdings haben das die Gerichte bisher nur für „normale“ Umstände entschieden und es vor allem damit begründet, dass der Arbeitnehmer den sozialen Kontakt zu seinen Kollegen verlieren könnte. In der jetzigen Situation muss man das allerdings anders bewerten, denn der direkte und persönliche Kontakt zwischen Kollegen sollte aktuell ohnehin nur dort stattfinden, wo er wirklich notwendig ist, also z.B. in Krankenhäusern und Supermärkten. Hinzu kommt, dass die Zeit im Homeoffice auf wenige Wochen begrenzt sein dürfte. Somit gehe ich davon aus, dass der Arbeitgeber das aktuell darf.

Laptopmangel: Kann der Arbeitgeber die Verwendung des privaten PCs fordern?

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber die Arbeitsmittel zu stellen und damit auch den dienstlichen Computer. Es gibt allerdings viele Mitarbeiter, die gerne mit ihren eigenen Geräten arbeiten, da ihnen diese vertrauter sind. Das nennt man BYOD (bring your own device). So zu arbeiten ist möglich, datenschutzrechtlich allerdings kritisch zu sehen und verlangen kann es der Arbeitgeber nicht.

Anforderungen an den Arbeitsplatz zuhause

Auch zuhause sollten, sobald ein Computer bzw. Laptop verwendet wird, die Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen eingehalten werden. So müssen die Bildschirme leicht dreh- und neigbar sein, es muss eine vom Laptop getrennte Tastatur eingesetzt werden und so weiter. Eine pragmatische Lösung wäre, die Mitarbeiter zu bitten ihren Desktop PC am Arbeitsplatz abzubauen und mit nach Hause zu nehmen. Viele Arbeitgeber werden ihre Mitarbeiter aber Hals über Kopf und mit einem Laptop unter dem Arm nach Hause geschickt haben. Hier sollte jedenfalls dann nachgebessert werden, wenn die Mitarbeiter nicht sehr bald in das Büro zurückkehren können.

Erreichbarkeit im Homeoffice

Man sollte während der auch sonst üblichen Arbeitszeiten erreichbar sein. Auch wenn der Arbeitnehmer nun von zuhause arbeitet, unterliegt er dem Weisungsrecht des Arbeitgebers. Geht das nicht durchgängig, weil z.B. aufgrund der KITA- und Schulschließungen Kinder zu betreuen sind, sollte man sich bemühen, eine Absprache mit dem Arbeitgeber zu treffen, zu welchen Zeiten man verlässlich erreichbar ist.

Wieviel Dokumentation muss sein?

Es gibt, auch für Arbeitnehmer, (noch) keine gesetzliche Pflicht, die Arbeitszeit ab der ersten Minute zu dokumentieren. Allerdings ist es sicherlich ratsam, das im Homeoffice selbst zu tun, z.B. um später eine Argumentationsgrundlage zu haben, falls der Arbeitgeber anzweifelt, dass ich auf meine Stunden gekommen bin.

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Generell gilt sicherlich: Wenn mein Arbeitgeber mir nicht vertraut, hätte er mich kaum ins Homeoffice geschickt. Wo Vertrauen gut, Kontrolle aber besser ist, hat der Arbeitgeber ein Problem. Er darf ohne das Einverständnis des Arbeitnehmers dessen Wohnung nicht betreten. Auch dürfte eine Arbeitszeitüberwachung, wie sie z.B. durch das Auslesen gewisser Verkehrsdaten möglich sein könnte, nicht zulässig sein. Ich werde jedoch nicht verhindern können, dass mein Vorgesetzter sich hin und wieder einmal telefonisch bei mir meldet und auch meinen Arbeitsstand einer Plausibilitätsprüfung unterzieht.

Schnell die Wäsche aufhängen – oder doch nicht?

Während der Arbeitszeit sind private Tätigkeiten tabu, denn Arbeitszeitbetrug ist ein Kündigungsgrund und sogar strafbar. Allerdings hat man genauso wie im Büro auch zuhause das Recht, die Arbeit im Rahmen von Pausen zu unterbrechen. Da sollte das Aufhängen der Wäsche eigentlich drin sein. Und derjenige, der flexible Arbeitszeiten hat, kann, falls das mit den Socken wieder länger dauert, die Zeit auch einfach hinten dranhängen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie über dieses Thema berichten. Für Interviewanfragen steht Ihnen unser Experte gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Homeoffice

Lea-Anna Hurler

Ansprechpartnerin:

Lea-Anna Hurler
Marketing
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: + 49 (0) 7371 9315-232
E-Mail: lea.hurler@mobile-university.de
Internet: https://www.mobile-university.de

Jobcenter und Arbeitsagenturen arbeiten weiter – auch wenn die Türen geschlossen sind

Persönlicher Kontakt im Notfall möglich; Geldauszahlung ist sichergestellt

Nürnberg (ots) Die Jobcenter (gemeinsame Einrichtungen), Arbeitsagenturen und Familienkassen konzentrieren sich in der aktuellen Lage darauf, Geldleistungen wie Arbeitslosengeld I und II, Kurzarbeitergeld, Kindergeld und Kinderzuschlag sowie alle weiteren Leistungen auszuzahlen. Um dies zu gewährleisten, um die Gesundheit aller zu schützen und um die Pandemie einzudämmen, gibt es ab morgen (18.03.2020) keinen offenen Kundenzugang in unsere Gebäude mehr.

Für Notfälle wird vor Ort eine Kontaktmöglichkeit geschaffen. Wir informieren über die regionale Presse und über Aushänge über diese Möglichkeiten.

Wichtige Info für alle Kundinnen und Kunden:

Sie müssen einen vereinbarten Termin NICHT absagen, weder telefonisch noch per Mail. Es gibt keine Nachteile. Es gibt keine Rechtsfolgen und Sanktionen. Gesetzte Fristen werden vorerst ausgesetzt. Die Kundinnen und Kunden erhalten rechtzeitig eine Nachricht, wenn sich diese Regelungen ändern. Die Auszahlung der Geldleistung ist sichergestellt.

Zusätzliche regionale Rufnummern:

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter schalten derzeit auch lokale Rufnummern, da unsere zentralen Rufnummern nur sehr schlecht erreichbar sind. Auch hier informieren wir baldmöglichst über die Medien, unter www.arbeitsagentur.de und über Aushänge.

Anträge auf Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II:

Den Antrag auf Arbeitslosengeld I können Sie online stellen. http://www.arbeitsagentur.de/antrag-arbeitslosengeld

Den Neuantrag auf Arbeitslosengeld II finden Sie hier: http://www.arbeitsagentur.de/antrag-arbeitslosengeld2

Den Antrag auf Arbeitslosengeld II können Sie jederzeit formlos telefonisch oder schriftlich bei Ihrem Jobcenter stellen. Ferner haben Sie derzeit auch die Möglichkeit, Ihren bereits ausgefüllten Antrag ohne persönliche Vorsprache in den Hausbriefkasten des Jobcenters einzuwerfen.

Kundinnen und Kunden, die bereits Arbeitslosengeld II beziehen, und einen Weiterbewilligungsantrag stellen wollen, können dies online unter http://www.jobcenter-digital.de erledigen. Nach der Registrierung wird per Post eine PIN zugestellt. Über dieses Portal können auch Veränderungen mitgeteilt werden.

Tutorials und Flyer zur Hilfe bei den Online-Anträgen finden Sie hier: https://www.arbeitsagentur.de/eservices

Informationen für Arbeitnehmer zum Kurzarbeitergeld finden Sie hier: https://www.arbeitsagentur.de/finanzielle-hilfen/kurzarbeitergeld-arbeitnehmer

Arbeitgeber finden alle Informationen zu Kurzarbeit hier: www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit

Einmal Wald, immer Wald

Gelebte Inklusion auf dem Arbeitsmarkt im Nationalpark-Jugendwaldheim Brunnenbachsmühle bei Braunlage

Ab dem 1. März 2020 arbeitet Robin Hintze nach einigen Probeeinsätzen und zwei Praktika auf einem Arbeitsplatz außerhalb der Lebenshilfe-Werkstatt in der Nationalpark-Jugendwaldheim Brunnenbachsmühle.

Für den 21-jährigen Hohegeißer ändert sich am Arbeitsalltag dabei nichts, denn schon längst ist er fester Bestandteil des Waldarbeiterteams.

Auf die Frage hin, wie viele Mitarbeiter die Brunnenbachsmühle hat, zählt das Team auf: „Sechs Waldarbeiter, zwei Hauswirtschafterinnen, eine FÖJ-lerin, einen Leiter und einen Robin!“ Der blonde Robin Hintze strahlt über das ganze Gesicht, seine Kollegen lachen, alle sprudeln vor Anekdoten aus dem gemeinsamen Arbeitsalltag: So sieht gelebte Inklusion aus!

Seit mittlerweile zwei Jahren hat Robin die Arbeit des forstwirtschaftlichen Helfers in Praktika kennengelernt. „Ich helfe beim Bäumepflanzen, beim Gewächshausgießen und auch bei der Betreuung der Schülergruppen. Mir macht hier alles Spaß“, zieht Robin Hintze sein Zwischenfazit. Von Anfang an war er fleißig, hilfsbereit und brachte eine gewisse Pfiffigkeit mit. „Robin weiß immer, wo etwas liegt und welcher Schlüssel in ein Schloss passt und Schlüssel haben wir viele“, sagt Stephanie Klinge, Forstwirtin der Brunnenbachsmühle. Alle begegnen sich auf Augenhöhe, das Team ergänzt und unterstützt sich. In den Pausen setzen sich seine Kollegen mit Robin an den Tisch und üben mit ihm Lesen und Rechnen, zwei Dinge die ihm aufgrund seiner Beeinträchtigung schwer fallen.

Damit er seiner Wunscharbeit nachgehen kann, unterstützt ihn die Lebenshilfe Goslar. „Wir stehen Robin Hintze beratend im Arbeitsalltag zur Seite, haben mit ihm einen Motorkettensägen-Lehrgang gemacht und für die Beförderung mit dem Taxi gesorgt, da die Busverbindungen morgens sehr schlecht sind“, berichtet Daniela Schmidt, eine von vier Arbeitsbegleitern bei der Lebenshilfe Goslar. Derzeit ist Robin dabei den Rollerführerschein zu machen, um künftig ohne Taxibeförderung zur Arbeit zu kommen. Auch hierbei erhältt er Unterstützung durch die Lebenshilfe und seine Arbeitskollegen.

Anfängliche Bedenken, ob die Zusammenarbeit funktionieren wird, waren da, haben sich aber schnell zerschlagen. „Wir haben den Schritt nicht bereut. Robin ist für das Team eine echte Bereicherung“, so Thomas Schwerdt, Leiter des Jugendwaldheims. „Er wird von den Schülern, die uns hier besuchen, respektiert und als vollwertiger Mitarbeiter wahrgenommen.“

Während der Wintermonate gibt es im Wald weniger zu tun, dann arbeitet Robin Hintze in der Holzverarbeitung der Lebenshilfe Goslar. Für ihn nur eine Übergangslösung, denn er liebt die Arbeit unter freiem Himmel. Seine Wünsche für die Zukunft: „Den Rollerführerschein machen und weiter in der Brunnenbachsmühle bleiben.“

Robin Hintze und das Jugendwaldheim Brunnenbachsmühle sind ein gutes Beispiel dafür, wie Inklusion auf dem Arbeitsmarkt funktionieren kann. Die Lebenshilfe unterstützt Arbeitgeber bei der Suche nach einem passenden Mitarbeiter mit Beeinträchtigung und begleitet den gemeinsamen Arbeitsalltag so weit wie nötig. Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.nds-inklusiv.de.

Neues Jahr – Doppeltes Glück Der Arbeitsmarkt in Zeiten von LKW Fahrermangel im Fokus

Hamburg (ots) Typisch für das Jahresende sind Rückblicke und Bilanzen – und die obligatorischen guten Vorsätze für das neue Jahr.

Der Arbeitsmarkt in Zeiten von LKW Fahrermangel im Fokus. Ausschließlich zur redaktionellen Nutzung, nur bei Nennung der Quelle und des Urhebers, Verhältnis arbeitslose BKF/offene Stellen, alle Bundesländer. Quellenangabe: “obs/JOBBERIA GmbH/© LKW-FAHRER-GESUCHT.com”

Die berufliche Zufriedenheit ist für die überwiegende Mehrheit ein wichtiger Faktor und so überrascht es nicht, dass der Wunsch nach einem neuen Job auf den oberen Rängen erscheint. Branchenübergreifend stehen somit im Monat Januar sehr viele wechselwillige Arbeitnehmer dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Das gilt tatsächlich auch für die rare Spezies der Berufskraftfahrer (Bkf). Die im Auftrag der Jobberia Gmbh (Betreiber des LKW-Fahrer Jobportals LKW-FAHRER-gesucht.com) von der Bundesagentur für Arbeit (BA) recherchierten Arbeitsmarktzahlen zeigen in dem Bereich der Bkf bundesweit glasklare Ergebnisse: Jahr für Jahr und mit zunehmender Tendenz ist in Zeiten des LKW Fahrermangels die Chance, qualifiziertes Fahrpersonal zu ergattern, im Januar überproportional hoch.

Im September 2019 wurde der Beruf des Berufskraftfahrer in die Positivliste aufgenommen und gehört somit offiziell zu den Fachkräftemangelberufen. Die Gründe für den Personalmangel sind vielfältig: unattraktive Arbeitsbedingungen, geringe Löhne, niedriger sozialer Status, um nur einige zu nennen. Über 45.000 LKW Fahrer fehlen allein in Deutschland, Spediteure suchen händeringend nach geeigneten Fahrern.

Umso erstaunlicher ist die Zurückhaltung der Unternehmer, die Motivation und positive Stimmung der Fahrer im Januar für sich zu nutzen und freie Stellen zu besetzen. Selbst zum Jahresbeginn vakante Stellen werden der BA gar nicht erst gemeldet. Und das allgemein durchschnittliche Anzeigenaufkommen zu diesem Zeitpunkt dokumentiert, dass dieser Umstand der Wechselwilligkeit im Monat Januar scheinbar nicht ausreichend bekannt ist.

Dazu Geschäftsführer von www.LKW-FAHRER-GESUCHT.com, Eric Jessen: “Wir betreiben unser zielgruppenspezifisches Anzeigenportal seit über 7 Jahren und unsere Aufgabe ist es, Unternehmen und LKW Fahrer bestmöglich zusammenzubringen. Im täglichen Tagesgeschäft erleben wir, dass uns das nach wie vor bestens gelingt, gleichzeitig wird aber auch deutlich, wie sich die Situation in der Speditionsbranche immer mehr zuspitzt. Doch aus Erfahrung wissen wir: im Monat Januar haben Unternehmen, die auf Fahrersuche sind, beste Chancen, LKW Fahrer-Personal zu finden. Und somit waren wir nicht überrascht, dass die Daten der BA zur Arbeitsmarktentwicklung diese Aussage stützen.”

Weitere Grafiken zur Arbeitsmarktentwicklung im Bereich “arbeitslose Berufskraftfahrer im Verhältnis zu gemeldeten offenen Stellen” für den Zeitraum 2011 bis 2019 für Deutschland, West- und Ostdeutschland, sowie Baden-Württemberg, NRW, Sachsen und Hamburg finden Sie unter:

LKW-Fahrer-gesucht.com by JOBBERIA GmbH
Caro Schlamp
040 – 60 94 55 30
cs@jobberia.de
https://LKW-Fahrer-gesucht.com